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Coppeneur erwägt Wegzug aus Bad Honnef

2012-01-27 08:15

27.01.2012 General Anzeiger

Das bestätigte Firmengründer und -inhaber Oliver Coppeneur auf GAAnfrage.
Bad Honnef sei für ihn "erste Wahl". Da man über einen neuen
Standort am Dachsberg aber bislang "nicht handelseinig" geworden sei,
stehe ein Umzug ins günstigere Rheinland-Pfalz in Rede.
1993 in Siegburg gegründet, hat die Firma ihren Sitz seit 1999 im
Honnefer Süden. Dort steht ein eigenes Gebäude mit 900
Quadratmetern zur Verfügung. Anfängliche Erweiterungspläne wurden
auf Eis gelegt. Gleichwohl expandierte Coppeneur. 2000 wurden in
Rheinbreitbach 2 500 Quadratmeter gemietet.

Nicht zuletzt nach jüngeren Weichenstellungen in der Firma haben die
Neubau- und Erweiterungspläne nun neue, flottere Fahrt aufgenommen,
so Coppeneur: Produktion und Produktpalette sollen erweitert werden.
Und: Coppeneur plant eine "gläserne Produktion" mit Schokoladenkino,
Kochschule und Eventbereich, Seminarraum, Werksverkauf und
Museumsshop sowie Bistro. "Die Idee kam uns vor zwölf Jahren in einer
Firma in Japan, die ein solches Konzept erfolgreich umgesetzt hat", so
der 43-Jährige.
Die Besucher sollen über die Schokoladenherstellung informiert werden
- und zwar passgenau: Ob Laie, Experte, Kind oder Erwachsener - für
jeden gibt es ein alters- und kenntnisgerechtes Informationsangebot.
Gezeigt werden soll der Weg von der Kakaobohne bis zum fertigen
Produkt. Coppeneur glaubt an den touristischen Nutzen: "Das
Schokoladenmuseum Köln hatte im Vorjahr an die 500.000 Besucher."
All das würde Coppeneur eigentlich gerne im Gewerbepark Dachsberg
an der A3 realisieren. Schon früh habe man bei der
Grundstücksgesellschaft mbH, die das Gebiet vermarktet, an einem
15.000-Quadratmeter-Areal am Kreisel Interesse bekundet. Und es
jüngst erneuert. Die Krux, so schwingt zwischen den Zeilen mit: der
Preis.
Den Quadratmeter Gewerbefläche gibt es in Rheinland-Pfalz
bekanntermaßen um bis zu 50 Euro günstiger als in Bad Honnef. "Wir
können mit Rheinland-Pfalz nicht konkurrieren", sagt dazu
Bürgermeisterin Wally Feiden, auch Beiratschefin der Grundstücks
GmbH. Das weiß auch Coppeneur: Er plädiert für einen goldenen
Mittelweg und ist nach eigener Aussage bereit, deutlich mehr als im
Nachbarland nötig zu investieren. Zugleich müsse er "unternehmerische
Verantwortung für 100 Familien" übernehmen, hofft darum auf positive
Bewegung in der Sache.
Ein Kompromiss steht aus, wie Feiden nicht verhehlte. Dem GA sagte
sie: "Ich will das Unternehmen unbedingt halten. Man muss dabei auch
in die Waagschale werfen, dass es ein Gewerbesteuerzahler ist, den wir
kennen und von dem wir wissen, dass er am Markt erfolgreich ist."
Indes: "Von der Gewerbesteuer hat die Grundstücksgesellschaft erst
mal nichts." Dennoch sei sie "vorsichtig optimistisch", dass eine Lösung
gefunden wird. Auch Kreis und Kommunalaufsicht unterstützten die
Stadt dabei.
Die Grundstücksgesellschaft werde das Thema also erneut beraten.
Einen Termin hierfür gebe es noch nicht. Feiden bestätigte aber
zugleich, dass es auch einen weiteren Interessenten für das Entrée am
Dachsberg gebe: Eine "hiesige Investorengruppe" plane einen Autohof

im "kleineren Stil", mit Tankstelle und Motel. Lastwagen kontra
Pralinen? Feiden: "Beide Interessenten wollen von der A 3 aus gesehen
werden. Auch das gehört sicher mit zur Kompromissfindung."
"Eine Ansiedlung am Dachsberg wäre auch für Bad Honnef ein gutes
Geschäft", sagt Coppeneur. Das sieht auch Kreis-Wirtschaftsförderer
Hermann Tengler so, der sich zusätzlich auf ein Fachgutachten stützt.
Jährliche hohe Gewerbesteuereinnahmen, den Erhalt der Arbeitsplätze
und touristische Effekte nannte er auf GA-Anfrage als Argumente.
Und betonte: "Es wäre ein Glücksfall für Bad Honnef, eine Firma wie
Coppeneur als Erstansiedlung im neuen Gewerbegebiet zu haben."
Denn eine "Erstansiedlung bestimmt maßgeblich die weitere qualitative
Entwicklung eines jeden Gewerbegebietes". Und bislang tut sich am
Dachsberg - nichts. Tengler: "Es wäre nicht gut für Bad Honnef, einen
Imageträger zu verlieren, nach dem sich andere Kommunen die Finger
lecken." So wie die Gemeinde Grafschaft.

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